Häufig gestellte Fragen
Woran könnte man erkennen, dass bei dem Kind bzw. dem Jugendlichen Transsexualität oder eine andere Identitätsstörung vorliegt?
An deren geschlechtstypischen Verhalten und Interessen, wobei dies bei Jungen viel schneller auffällig wird, als bei Mädchen.
Ist es besser, wenn Transsexualität früh bemerkt wird?
Selbstverständlich. Eine eindeutige Diagnose "Transsexualität" kann präpubertär überhaupt noch nicht gestellt werden. Nicht jeder ist transsexuell! Die Mehrzahl der Geschlechtsidentitätsstörungen im Kindesalter stellt eine Vorstufe der Homosexualität dar.
Finden sich die Kinder/ Jugendliche und Eltern/ Kontaktpersonen in das Schicksal ein oder wird versucht zu "heilen", beziehungsweise die Untersuchungsergebnisse zu ignorieren?
Forschungsgruppen in den USA/ Kanada fanden heraus, dass die "Heilungschancen" bei Geschlechtsidentitätsstörungen im Kindesalter deutlich besser sind als im Jugendalter. Dies bedeutet, die Betroffenen konnten ihr biologisches Geschlecht nach der Behandlung doch noch annehmen. Nach der Pubertät ist eine Behandlung allerdings sehr schwierig. Einen Versuch eine Behandlung zu machen ist sehr wichtig, da dadurch viel Kummer erspart werden kann.
Wie sieht das Leben eines transsexuellen Kindes/ Jugendlichen aus?
Vor der Pubertät haben die Jungen sehr darunter zu leiden, da sie vermehrt auffallen. Der Leidensdruck ist bei den Mädchen ab der Pubertät größer.
Wie empfinden transsexuelle Kinder/ Jugendliche selbst ihr Anderssein als andere Gleichaltrige? Können sie ihre Situation realistisch einschätzen?
Geschlechtsidentitätsgestörte Kinder und Jugendliche bemerken sehr wohl ihr Anders sein, weil sie viel Ablehnung und Hänseleien erfahren, oft zu Außenseitern werden. Bei Kindern herrscht oft noch magisches Denken vor, z. B. dass ein Zauberer kommt und sie verwandelt. Jugendliche können ihre Situation realistischer einschätzen.
Wie ist das Verhalten von anderen Kindern? Gibt es eher Ausgrenzung oder Akzeptanz?
Jungen erfahren sehr oft von anderen Jungen viel Ablehnung, sie werden eher von gleichaltrigen Mädchen akzeptiert. Ab der Pubertät wird es für sich auffällig feminin verhaltende Jungen besonders schwierig, während sich die Mädchen oft besser anpassen können und weniger Probleme haben.
Warum ist die geschlechtliche Identität nicht erziehbar?
Die geschlechtliche Identität ist ein inneres, sicheres Gefühl. Gefühle entziehen sich der Erziehbarkeit. Erziehung nimmt nur Einfluss auf den Umgang mit Gefühlen. Ist die geschlechtliche Identität im Einklang mit der Zuweisung und kulturellen Vorgabe, dann werden sich die meisten Menschen ihrer geschlechtlichen Identität gar nicht bewusst.